EBS Maxon MX25 Pedelec Umbausatz

Vorweg, ich hatte bis zum Kauf keine Erfahrung mit E-Bikes bez. Pedelecs gehabt.

Grund der Umrüstung:
Ich besitze 6 Fahrräder an zwei Wohnorten, daher wollte ich kein weiteres erstehen.
Wegen meines fortgeschrittenen Alters und zur Schonung meines Kreislaufes habe ich mich zur Umrüstung meines Mountainbikes „Ghost AMR Lector 9000 Plus“ entschlossen.

Kauf:
Meine dezidierten Anfragen nach einem Umrüstkit wurde nur von Electric Bike Solutions in Heidelberg beantwortet.
Für mich waren folgende Merkmale eines Kit’s besonders wichtig: Hinterrad-Antrieb und für Steckachse geeignet und der Motor sollte leerlauffähig sein, d.h., ich will den Motor nur bei Bedarf, z. Bsp. an Steigungen zuschalten.
Das Angebote von Bike Solutions war detailliert und zeugte von hoher Kompetenz.
Wermutstropfen war der sehr hohe Preis von 2400 Euro.
Meine Recherchen im Internet nach alternativen Anbietern, die Motoren für Steckachsen liefern können, waren nicht erfolgreich.

Lieferung:
Die Lieferadresse war irgendwo in Spanien.
Nach sechs Wochen (08.2021) habe ich Bike Solutions angeschrieben, wann ich mit der Lieferung des Kit’s rechnen darf. Als Grund für die Lieferverzögerung wurde mir genannt, dass keine Rechnungsadresse vorlag, wobei diese bei mir nicht abgefragt wurde.
Die kurz nach meiner Anfrage erfolgte Lieferung war vollständig und ohne Mängel.

Einbau:
Entsprechend der ausführlichen Anleitung und mit ein wenig technischem Verständnis war der Einbau im Grunde kein Problem.
Wobei sich zeigte, dass der Motor nur mit einem, für diesen Motor speziellen Steckachsenadapter, ähnlich einem Schnellspanner, in die Hinterradschwinge einzubauen ist.
Wenn auch der Einbau des Adapters kein Problem ist, wäre hierfür eine Einbauanleitung wünschenswert. So habe ich das innenliegende Vierkant übersehen und die Rändelmutter mit einer Zange festgezogen, was der Eloxierung nicht bekommen ist.
Um eine Beschädigung am Steuer- und Leistungskabel zu vermeiden ist dieses in unmittelbarer Nähe des Motors besonders aufmerksam und entsprechend der Anleitung zu verlegen.

Fahrtechnik:
Das Gewicht des Rads hat sich um 9 KG auf ca. 23 KG erhöht. Wege mit querliegenden Bäumen sollten nach Möglichkeit vermieden werden, wenn man sich keine Bruch heben will.
Die einzelnen Fahrstufen von Leerlauf bis Boost lassen sich leicht und situationsbedingt über drehen des PowerGrip’s wählen. Auf flachen Wegen ist der Motor im Leerlauf kaum spürbar, sehr wohl aber bei leichten Anstiegen, hier macht sich das Gewicht bemerkbar.
Für mich störend, und ich empfinde es auch als sehr gefährlich, ist das selbständige Einschalten des Motors bei kräftigen Antritt zum Beispiel in Kurven und Kehren, dann wird die Kurve auf einem Trail plötzlich sehr, sehr eng und ein Sturz in die Tiefe kann zur Realität werden. Das selbstständige Einschalten des Motors versuche ich zu vermeiden, indem ich dauerhaft den PowerGrip in der Einstellung Leerlauf mit dem Daumen halte.
Sicher gibt es Fahrer die diese Automatik schätzen, da sie mit Motorenunterstützung auf meist einfachen Wegen fahren, deshalb wäre es sinnvoll, wenn die Automatik individuell und dauerhaft ein- oder ausgeschaltet werden kann.
Steigungen auf Trails größer 18% auch mit Boost Unterstützung sind mir mit dem Motor nicht möglich. Auf festem Untergrund schafft der Motor und ich mit Ach und Krach 21%.
Wenn die Länge der Steigung übersichtlich war tat ich mich bei diesen Steigungen ohne Motorgewicht etwas leichter .
Es macht sehr viel Freude mit dem Motor in der Ebene bei Steigungen bis 10% zu fahren, was ich bisher nur gemacht habe um den Akku für die Überwinterung zu leeren.
Bei guter Kondition und sparsamen Zuschalten des Motors reicht die Kapazität des 500 Wh Akkus mindestens 150 KM, so bei mir, ich fahre täglich ca. 50 KM mit bis zu 1200 Höhenmeter. Bei jeder zweiten Tour und einer Restkapazität des Akkus von ca. 50%  lade ich den Akku.

Mängel:
Neben dem, nach meiner Ansicht nach, völlig unnötigem selbstständigen Einschalten des Motors ist ein gravierender Mangel die Befestigung des Akkus.
Der Akku – welcher sicher kein Design-Preis ergattern kann, klobiger geht es nicht – wird, zumindest bei meinem Rad, nur an einer Flaschenhalter-Schraube und mit einem breiten Klettband am Unterrohr befestigt.
Nach 740 KM, vielfach auf ruppigen Wegen gefahren, hat sich die Hülsenmutter der „Flaschenhalterung“ aus dem Carbonrahmen gelöst.
Einen 5 KG Akku an einer Flaschenhalterung, die für ein Gewicht von einem KG ausgelegt ist, zu befestigen ist haarsträubend.
Für die Reparatur habe ich mir eine Hülsenmutterzange (https://www.amazon.de/dp/B081H3ZPPM?ref=ppx_pop_dt_b_product_details&th=1) gekauft. Die ausgerissene M5 Hülsenmutter habe ich mit einer M6 ersetzt und zusätzlich eine weitere M5 Hülsenmutter in den Rahmen eingesetzt. Mit Kabelbindern und dem Klettband habe ich das ganze Paket weiter gesichert. Hoffentlich hält es jetzt.
Sehr schwergängig ist das Entnehmen und Einsetzen des Akkus in den Halter. Sicher auch mit ein Grund für das Ausreißen der Hülsenmutter.

Das Hinterrad, welches von Bike Solutions mit dem Motor eingespeicht wurde, wies einen spürbaren Höhenschlag auf. Ich habe es Nachspannen müssen.

Service:
Eine LED des PowerGrip’s hatte von Zeit zu Zeit keine Lust zum leuchten.
Wenn es auch etwas gedauert hat, wahrscheinlich wegen Rückfragen beim Hersteller MaxOn, bekam ich eine Rückmeldung indem mir ein Ersatz für den defekten PowerGrip versprochen wurde.
Noch warte ich darauf (Ende Nov. 2021)

Download: Maxon MX25 Gebrauchsanleitung

Download: Was man über Motoren und Akkus wissen sollte

 

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