4. bis 8. September 2017

Tauber-, Mainradtour

Die grandiose Idee einer Radtour zu machen kam uns – das sind Jürgen, Sepp, Anderl und ich – nach fünf Glühweine, sechs Weißbiere beziehungsweise Schoppen, auf eine Weihnachtsmarktbesichtigungstour.

Das die Idee einer Radtour die Tauber und dem Main entlang real werden könnte, damit hat wohl keiner gerechnet.

Tauber-Mainradtour-KarteDie Fahrt am Montag den 4. fing verheißungsvoll an und brachte uns die Erkenntnis, dass es n(f)ette, freundliche und spaßige Schaffnerinnen bei der DB gibt.
Nach einigem orientierungslosen rumradeln am Zielbahnhof Burgbernheim haben wir alsbald radelnd unser Tagesziel Rothenburg (Gasthof zur Schranne) erreicht.
Rothenburg wird mir nicht nur wegen seiner Schönheit und den vielen chinesischen Japanern in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen den blauen Zipfeln.
Blaue_ZipfelDie blauen Zipfel wurden mir als fränkische Delikatesse offeriert. Da ich, im Gegensatz zu einem meiner Kameraden, geschmacksresistent bin, habe ich meine Portion voll und ganz aufgegessen. Und was muss ich sagen, die Zwiebeln die den Würsten beilagen waren hervorragend.
Tipp, besichtige Rothenburg von 22:00 Uhr bis 11:00 Uhr, dann ist man fast alleine auf den Straßen. Jedenfalls wird der Blick auf die Sehenswürdigkeiten nicht von japanischen Chinesen verstellt.

Am 5. ging es in üppigen Grün die Tauber entlang bis nach Lauda (für unwissende, dieses Lauda hat nichts mit dem ohrlosen Zeitgenossen zu tun).
Bei dem Gedanken hier in Lauda auf einer Parkbank zu nächtigen kam, zum ersten aber auch zum letzten Mal, so was wie Panik auf. Was wir schon die ganze Zeit ahnten und jetzt definitiv wussten, wir erkundeten nicht alleine das Taubertal.
Radler-69Horden von Ü60, mit 20 KG zuviel auf den Hüften, waren auf Fahrrädern meist‘ mit E-Hilfsmotor unterwegs. Die Frauen immer mit einem lächeln als würden sie – hier habe ich meinen schmutzigen Gedanken einer Zensur unterzogen – statt zu radeln rhythmische Gymnastik mit einem Flatterbändchen machen. Aber auch die brummigsten Kerle hatten beim Gruß meist ein lächelndes Hallo drauf.
Egal wie freundlich die Ü60 Radler waren, sie waren aber auch ausgeprägt egoistisch, denn sie hatten alle Betten in Lauda für sich beansprucht.
So mussten wir wohl oder übel einen Kilometer weiter radeln, bis zu einem Weinrestaurant und Weinherberge (!?) Namens Rebgut (www.Rebgut.de) welches unseren gehobenen Ansprüchen genügte.
Wie es sich in einem Weinrestaurant gehört, habe ich bei lauer Nacht auf der Terrasse nur Weißbier getrunken und zu diesen einen herrlichen kandierten und mit den verschiedensten Beeren verzierten Ziegenkäse für 8,90 Euronen, inkl. einigen Brotscheiben, gegessen.

WertheimMit klaren Kopf!! fuhren wir am 6. weiter nach Wertheim. Wie jeder weiß, hier fließt die Tauber in den Main.
Wir durften das schöne Wertheim bei Regen und einer nicht endenden Straßenmusikerdudelei bewundern.
Schauerlich, also bei etwas Regen, ging es weiter bis zu dem wunderschöööönen Marktheidenfeld.
Durch den Vortag klug geworden haben wir vorab unsere Zimmer bei Mustafa’s (Pension am Marktplatz) reserviert. Sie waren freundlich, wohl deshalb, weil sonst keine(r) in diesem Kaff nächtigt.
Hier war, man möge mir den Ausdruck verzeihen, nur tote Hose. Ganze drei, na sagen wir es wohlwollend, Restaurants, eins davon mit unwiderstehlichem Neonlicht beflutet, waren geöffnet. Bedingt durch eine Festivität am letzten Wochenende hatte der Rest wegen plötzlichem Reichtums geschlossen.

Ohne auf das Kaff zurückzublicken sind wir am 7. weiter nach Karlstadt.
Es ging immer am Main entlang. Die Gegend ist schön aber nicht so abwechslungsreich wie das Taubertal. Auch sind, zum Leidwesen von Jürgen, auf diesem Streckenabschnitt die Weinberge eher rar.
Unterwegs folgten wir fälschlicher Weise einen Wegehinweis. Dieser wies zu einem Steilhang, den wir als eine Rampe deuteten. Es zeigte sich, dass die Rampe ca. 2 KM lang und 6% bis 8% steil war; mit Gepäck kein Zucker schlecken.
Jürgen mit einem Tourenrad der besseren Art, Sepp mit einem Tourenrad des gehobenen Qualitätsstandards, dieweil schwer, und ich mit einem Citybike von Aldi – auch schwer aber nicht dem gehoben Qualitätsstandard zugehörig – radelten mit letzter, mit aller letzter Kraft den Berg hinauf, nur unser Anderl nicht. Anderl sprintete mit seinen Fahrrad mit E-Hilfsmotor den Berg hinauf als würde er ihn hinabfahren. Unser Neid war ihm dabei sicher. Sein schlechtes Gewissen brachte uns am Abend einekarlstadt Runde Birne ein.
Oben angekommen gab es einen Ausblick auf vier, fünf Häuser und biserl Wiese, dat war’s dann auch.
Wo es hoch geht, geht es auch runter. So auch hier.
Schnell waren wir in Karlstadt. Ein sehr schöner Ort mit freundliche und auskunftsfreudigen Menschen. Manko, es gab kein Weinkeller, besser gesagt, keiner der uns gefiel. So mussten wir in unsere Herberge zum Fehmelbauer unser Gelage machen, was kein Fehler war

Wiederum ohne Kopfschmerzen – für mich eine Sensation – ging es am 8. kurze 30 KM weiter nach Würzburg.
WuerzburgIn Erinnerung wird mir der Besuch im Galeriea-Kaufhof Restaurant bleiben. Zu meiner Frikadelle habe ich, weil gesund lebend, mir ein Glas Mineralwasser erlaubt. Sepp und Anderl die eher das ausschweifende Leben (Wein bzw. Bier) frönen, jeweils ein Weißbier zu 2 Euronen. Damit war ein Weißbier 1,60 Euronen billiger als mein Wasser. Man kann das gut finden, ich NICHT!!
Mit der Besichtigung der Residenz haben wir auch was für unsere Kultur getan.

Was mir gefiel:
die Kameradschaft,
den Spaß den wir hatten,
die netten Leute die wir unterwegs getroffen haben,
die drei Federweiße,
der Ziegenkäse.

Was mir nicht gefiel:
das Schäufele (Schulter vom Schwein) – lag mir noch nach drei Tagen schwer im Magen-,
das in meiner Abwesenheit einige Fehler beim Umbau unserer Scheune gemacht wurde,
obwohl ich erst mit 63 ½ Jahren in Rente ging 8% weniger Rente beziehe,
das unser E-Bike Fahrer keinen Reifenschaden hatte.

20170911-10709_ex1_Tauber-Mainradtour-Juergen-Sepp_650

Jürgen und Sepp

20170911-10708_ex1_Tauber-Mainradtour-Helmut-Anderl_595

Helmut und Anderl

 

 

 

 

 

 

 

http://tracks.remotedash.com/myTracksShare.php?key=rhKev6dHk1wqcar0BxHjbjC2Bmz9RWFTc3hHcklTNEk