2015

Unser Haustiere Maja, Mimi,Wühli, Berta die Ratte, Mausi, Lilo, Lili und Kuh Lila feiern die Geburt des Herrn hinter unserem Haus.

Jahresrückblick 2015

Im frühen Frühjahr kamen Doris und Gerald uns in Spanien besuchen, sechs Wochen später Jürgen.

Petrus hat wohl was gegen Gleitschirmflieger, denn in seiner Biskaya-Wetterküche hat er vom Regen, Wind und Kälte jeweils eine Priese zu viel in den Wettertopf geworfen.So musste ich mir ungewollt theoretische Ausführungen über das Gleitschirmfliegen anhören.
Obwohl sie es nicht sagten, geblieben ist mir, dass zwei prall gefüllte Fahrradreifen besser tragen als die Luft unter einem Gleitschirm.

Außerdem liebt Petrus Fahrradfahrer. Denn anders kann ich es mir nicht erklären, dass immer, wenn ich mich auf den Sattel schwang, die Sonne mit aller Kraft schien.
So habe ich, trotz Gartenarbeit und virtuellem Abwasch, fast 3000 KM mit 34500 Höhenmetern abgestrampelt.
Kein Wunder, dass jetzt aus meinen Michelins (Hüftringe) die Luft raus ist. Jetzt hängen die Hautlappen bis zu den Kniekehlen.
Macht mich auch nicht schöner.

Maria Paz hat nun für mich ein Konjunktur-Programm, mit dem Ziel einer Gewichtszunahme, aufgelegt.
Jeden Tag muss ich mir drei Stück Kuchen und eine halbe Tüte Erdnüsse rein quälen.
Ich fühle mich so, wie damals vor vierzig Jahren, da hat meine Mutter mich bis zum 12 Lebensjahr mit Lebertran drangsaliert.

Sonst stand das Jahr 2015 ganz im Zeichen des Umbaues unserer verfaulten alten Hütte in ein schmuckes aber bescheidenes Häuschen.
Unsere „Casa“ wurde bis auf die Außenmauern und zwei tragende Wände abgerissen und mehr oder weniger landestypisch wieder aufgebaut.
Bevor auch nur eine Kelle Speis für den Innenausbau angerührt wurde, kam schon das wichtigste im Leben von Spaniern auf dem Dach, nämlich die Fernsehantenne.
Obzön, da Mönch – Nonne Verlegung, wurden die Dachpfannen verlegt.
Passend dazu zieren Jakobsmuscheln die Enden des Dachfirstes.
Da unser Haus nur 5,43 Meter vom Jakobsweg entfernt ist, habe ich die Befürchtung, dass die Pilger nun über unseren Dachfirst ihren Weg nach Compostela suchen und dann, wie die Lemminge, auf der anderen Seite in meine Regenwasserauffangbadewanne stürzen und ihren Weg nicht mehr fortsetzen können oder gar wollen.
Denn der Weg für den Pilgerpfad nach Santiago de Compostela, das dritt größte Heiligtum der privilegierten Katholen = Freikarte für den Himmel, wird durch Jakobsmuscheln markiert.

Im Prinzip werden die Arbeiten am Haus von nur zwei Männern durchgeführt, einem Maurer und seinem Handlanger.
Sie sind sehr fleißig und fast Antialkoholiker; ein doppelter Widerspruch bei Spanier und Maurer.
In der Rohbauphase wurden sie koordiniert von Quasimodo, alias Alfonso.
Seine Arbeit verstand er „im nichts Tun“ und das neun Stunden lang im Stehen. Er, ein Bauingenieur mit viel Fachwissen, wäre auf Grund seines körperlichen Defizits prädestiniert für das Sammeln von Wattwürmern.

Sein Bruder, Rubén, Typ gutmütiger Bär, Erkennungsmerkmal offener Hosenschlitz, er koordiniert die Fachfirmen für den jetzt gerade statt findenden Innenausbau.
Im Gegensatz zu seinem Bruder ist er begriffsstutzig.

Als erfahrener Laie erlaube ich mir das Urteil, dass die Arbeiten ohne Pfusch ausgeführt wurden und werden. Wobei unsere Architekt mit seiner Planung und Ausschreibung sicher zum befriedigendem Ergebnis beiträgt.
Ich hoffe, dass mein positive Eindruck bis zur Fertigstellung des Hauses und auch nach Vorliegen der Endabrechnung, bestand hat.

Bei vielem Positiven darf man nicht die 6.365.265,69 Myriaden von Holzwürmern vergessen, denen wir mit der Renovierung die Existenzgrundlage genommen haben. Für die kleinen grünen Stein- und Betonbeißer haben wir dagegen ein neues Fressparadies erschaffen.

Viele Menschen haben morgens das Problem, was ziehe ich heute nur an? Ich werde zukünftig das Problem der Entscheidung haben, auf welche Schüssel ich mich setzen soll. Wir haben drei Bäder mit Schüssel und draußen für den Besuch eine Art Plumpsklo.
Hier kann sich der Besuch an das neue „alte Waschbecken“ erfreuen. Das neue „ alte Waschbecken“ hat gegenüber seinem Vorgänger ein integriertes Waschbrett.

Jetzt kann Maria Paz auf dem Klo sitzend sinnvoll die Zeit während ihrer Sitzung gestalten.
Unsere Waschmaschine werde ich bei E-Bay verhökern und mir für den Erlös einen Relaxsessel kaufen.

Während der Bauzeit wohnen wir in unsere Eigentumswohnung, die nur 100 Meter vom Haus entfernt ist.
Ihre prädestinierte Lage und die Müllabfuhr ermöglichen uns die Nächte offenen Auges zu genießen.
Weil die Tage in Spanien sehr viiiel kürzer sind als in Mitteleuropa, müssen die Mülltonnen täglich zwischen zwei und vier Uhr in der Nacht geleert werden.
Dazu fliegen die schmutzigen und lauten LKW über die auf der Straße aufgebrachten Tempobegrenzungsschwellen acht Mal akustisch an unsere Wohnung im 2. Stockwerk vorbei.
Nur in der Nacht von Sonntag auf Montag kann ich den Schlaf der gerechten finden, wenn, ja wenn Maria Paz nicht harsch und laut „Ruuuuhe“ schreit. Sie ist sehr empfindlich geworden seit ich mich zu einem Schnarcher entwickelt habe.
Alles ist bei mir steif (Rücken) und was noch nicht steif ist wird es bald (Hüften). Nur meine verdammten Gaumensegel sind schlapp und flattern unkontrolliert im Atemwinde.

Sonst nehmen die Dinge ihren unspektakulären Lauf. Alles ist in bester Ordnung.