28. Juni bis 15. Juli 2015

Leben im Piso (Etagenwohnung)

Obwohl Maria Paz schon seit mehreren Wochen so peu a peu den Hausrat verpackt und in die Panera verstaut hat, kam für uns der Umzug in die Wohnung am 28. Juni recht plötzlich. Innerhalb einer Woche musste der Rest des Hausrates und die Möbel aus dem Haus. Die Mauerspechte waren schon an der Außenfassade am arbeiten als wir noch am Ausräumen waren.
Jetzt wohnen wir schon drei Wochen in der Wohnung und haben uns fast schon daran gewöhnt, dass das Müllauto dreimal mitten in der Nacht mit unüberhörbaren 98 dB anrollt. Es – also die Müllmänner – verteilt leere, gesäuberte Mülleimer, wobei diese im Sixpack geräuschvoll über den Straßenbelag gezogen werden. Hiernach, so um drei Uhr morgens, erfolgt die Leerung der Mülleimer in den riesen Schlund des Müllwagens. Eine Stunde später erfolgt das Einsammeln der geleerten Mülleimer.

Auch weht der Großstadtduft in Form von dörflichen Verkehrslärm unaufhörlich in unser Schlafzimmer.

Abwechselung bieten am Wochenende Konzerte welche anlässlich von Fiestas gegeben werden. Wer kann schon im Bett bis um fünf Uhr in der Frühe ein live Konzert hören? Nur wir Privilegierten!

Daran, dass wir hier alle Zeit der Welt haben, daran haben wir uns noch nicht gewöhnt.
Jetzt wissen wir wie der Fernseher zu bedienen ist. Kennen alle Folgen von „Shopping Queen“ (Ich kann nun mitreden bei Leggins, Jeggins und Treggings). Haben alle Urlaubs-Kreuzworträtsel der letzten zehn Jahre gelöst, zudem haben wir durch intensive Diskussionen die Griechenlandkrise für alle in Europa befriedigend gelöst.

Es wird für uns schrecklich sein, wenn sich dass spanische Telekommunikationsunternehmen tatsächlich mal bequemt den versprochenen DSL Anschluss für den Zutritt ins Internet frei zu schalten. So wie ich die Sache sehe, werden wir noch lange Kreuzworträtsel lösen dürfen.

Für mich ist das stille Schimpfen mit Maria Paz eine Qual, da ich das laute Organ und die Unbeherrschtheit von meiner Mutter geerbt habe. Maria Paz verlangt von mir, ich solle, wegen der Nachbarn, mit ihr mucksmäuschenstill schimpfen. Leichter ist es sieben Fliegen mit eine Klappe zu schlagen.

2 Gedanken zu „28. Juni bis 15. Juli 2015

  1. Danke für das Bautagebuch, da kann man ja keine Kommentare hinterlassen. Es gibt teilweise Fotos da weiss ich gar nicht mehr von welchen Räumen diese gemacht wurden. Das wird ganz toll!

  2. Oh je, das klingt ja gar nicht gut! Die armen Nachbarn. (aber es wohnt ja eh kaum jemand im Haus, oder?)
    Fährt doch einfach (am besten mit einem Wohnmobil) an eines der schönen Kaps. da könnt ihr so laut schimpfen wie ihr wollt. Und dann die gesunde Luft!!!
    Und Helmut, die Hühner könntest du auch noch mitnehmen.
    Genug gelästert. Ich fühle richtig mit euch. Die Umstellung ist ja wirklich gewaltig.
    Und nochmals vielen Dank für die schönen Tage bei euch. Und besonderen Dank an Maria Paz für das leckere Essen.
    Liebe Grüße
    Jürgen

Kommentare sind geschlossen.