17. Mai 2015

WO IST LILO?

Am Sonntag so gegen Uhr 19:00 haben wir sie noch unter einer Hortensie gesehen, wo sie wohl eine Unpässlichkeit auskurieren wollte. Sie machte uns schon seit einigen Tagen Sorgen, weil sie krank schien. Schlimmer noch, sie legte nur noch Eier, wie wir sie nach Abschluss des TTIP Abkommens aus den USA importieren werden. Eier gefüllt mit nur Eiweiß und ohne harte Schale.
Jedenfalls kurz nach Uhr 19:00 sahen wir Ihre Lebensgefährtin Lola alleine auf dem Grundstück stolzieren. Dies war sehr ungewöhnlich, da Beide einen Gleichschritt drauf haben, dass nordkoreanische Machthaber neidisch werden können.

Sofort begann die große Suchaktion, passend zu unsere politischen Gesinnung, Maria Paz rechts- und ich linksrum. Mindesten zehn Mal haben wir unter jeden Strauch geschaut. Wir haben ihren Namen gerufen bis bei uns nur noch Töne aus dem Hals kamen, die dem Gackern einer Henne ähnlich waren.  Nichts, Lilo blieb verschwunden. Nachts um Uhr 21:45 haben wir aufgegeben und die Türe des Hühnerstalls wegen den allgegenwärtigen Hühnerfeinden verschlossen.

Maria Paz und ich waren uns einig, dass Lilo nicht eines natürlichen Todes gestorben sein kann, denn dann hätten wir ihren Leichnam finden müssen.
Wie das Amen in der Kirche stand für Maria Paz fest: Lilo wurde vom Fuchs geholt.
Wegen der fehlenden Kampfindizien wie Federn und Blut, war ich mir da nicht so sicher. Auch die von Maria Paz entdeckten Fuchsspuren habe ich als von Katzen willkürlich gelegt identifiziert. Wobei ich bis dato nicht wusste, dass ich Fuchs- von Katzenspuren unterscheiden kann.
Nein, zwei Tage nach Christi Himmelfahrt und der Tatsache das Lilo keinerlei Spuren hinterlassen hat, war für mich klar, Lilo ist gen Himmel aufgefahren oder hat sich in Nachbarsgarten verlaufen.

Was es auch war, wir werden es nie erfahren, jedenfalls der Fuchs hat sie nicht gefressen.

Am Montagmorgen stand Lilo traumatisiert aber in einem unversehrtem Federkleid vor dem verschlossenen Hühnerstall.