6. bis 11. März 2015

Nordlandreise

Am 6. März trafen wir Manfred und Axel in Krefeld. Dieses Treffen hatte Maria Paz und mir eine schlaflose Nacht bereitet. Für das Abendessen hatte Axel das Restaurant Nordbahnhof ausgewählt. Ein sehr schöner origineller Fresstempel mit rheinischer Küche. Seit meiner Kindheit habe ich nicht mehr meine damalige Lieblingsspeise Himmel und Erd(e) kosten können. Himmel und Erd besteht aus Apfelmus (Himmel), welches ich zum erstaunen der anderen Gäste mit den Stampfkartoffeln (Erde) vermischte, so wie ich es als Kind tat. Dazu wird eine grobe, die so genannte billige Blutwurst (Flönz) kredenzt. Mmmmmh lecker. Nur die Blutwurst ist, weil billig, so fettig, dass der Magen für das Verdauen eine komplette Nachtschicht einlegen musste.

Müde und mit noch vollem Magen fuhren wir in der Früh zur Schnäppchenjagt nach Ratingen zum Kleidertandler Esprit in der Hoffnung für Nichts viel zu bekommen.
Zielstrebig habe ich innerhalb von fünf Minuten die ganze Herrenabteilung inspiziert und festgestellt, da war nichts für mich. Maria Paz brauchte für den Überblick und der selben Erkenntnis eineinhalb Stunden.
Am Mittag haben wir Ursula einen Kurzbesuch abgestattet. Hier haben wir hören dürfen, dass die beiden Hunde von Heinz auf der Autobahn von Autos gebügelt wurden. Die Miteigentümerin, also die Ehemalige von Heinz, hatte die Hündchen für die letzte Fahrt in den Ofen tatsächlich präparieren lassen. Dinge gibt’s…
Abends war mein Klassentreffen. Viele Männer, das Grüppchen der Frauen war überschaubar.

Wie immer wusste ich mich in Gesellschaft von Frauen zu benehmen. Auf die Frage wie es mir geht, habe ich nicht „gut“ gesagt sondern erklärt, ich könne noch in einer Nacht die ganze Hamburger Herbertstraße durchvögeln. Selten habe ich so betroffene Gesichter gesehen, auch waren alle meine Sympathiesternchen mit einem Schlag weg.
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Nach einem Blick in den Dom zu Münster ging es am Sonntag (8. März) über Bremen nach Hamburg.
Die Hansestadt Bremen hat einige sehr schöne idyllische Sträßchen und prunkvolle Bauten. Der Abstecher hierhin hat sich gelohnt.
In Hamburg haben wir in unmittelbarer Nachbarschaft vom Schlagerfuzzi Udo Lindenberg zentral an der Außenalster gewohnt. Ihn haben wir nicht gesehen. Möglicherweise hat er seine eigenen Bilder abgeleckt. Er malt mit Likör und nennt seine passablen Bilder Likörelle, auch ist er dem Alkohol nicht abgeneigt.
Im Gegensatz zu München ist Hamburg eine Weltstadt mit allen damit verbundenen Nachteilen. Diese sind auf der Reeperbahn besonders präsent. Zig aufgegebenen (Sex-)Ladenlokale zeugen davon, dass eine der sündigsten Meilen der 5-150309-09846-ex1-HamburgWelt bessere Zeiten gesehen hat. Ob dies auch für die unzähligen auf der Straße im Sperrmüll schlafenden Obdachlosen gilt, entzieht sich meinem Wissen.
In jungen Jahren habe ich cirka ein halbes Jahr in der Nähe des Hansaplatzes gewohnt, somit war klar, dass wir diesen besuchen mussten. Wie damals werden auch heute hier die Türen von Frauen bewacht. Nur zu meiner Zeit hatten die Türbewacherinnen kurze Röcke angehabt, heute sind es Jeans.
Hamburg ist eine sehr vielseitige Stadt. Alle städtebaulichen Attraktionen sind per Pedes erreichbar, wenn man, wie ich, sich nicht scheut die Füße wund zu laufen.
Von Hamburg haben wir einen Abstecher nach Lübeck gemacht. Bislang war ich überzeugt, dass die schönste Stadt Deutschlands 5-150309-09867-ex1-LuebeckGörlitz heißt. Nach der Besichtigung von Lübeck, und nach dem Besuch von Celle auf der Rückfahrt, bin ich mir da nicht mehr sicher.
Nach einem Abstecher zum bedrückendem aber beeindruckendem Mahnmal Bergen-Belsen fuhren wir von per Landstraße über Celle nach Quedlinburg.
Für mich erwähnenswert ist, dass in Niedersachsen sehr auf Verkehr geachtet wird. So gibt es für den müden Autofahrer auf den Landstraßen so alle hundert bis zweihundert Meter die Möglichkeit in einem Wohnwagen, wenn man es für nötig empfindet, zu entspannen. Dies sogar, und ich nehme an, für kleines Geld, unter Aufsicht.
Quedlinburg, Weltkulturerbe, ist eine kleine Stadt mit Rathaus, Kirchen, Schloss und unzähligen Fachwerkhäusern, ähnlich wie in Lübeck und Celle. Wir haben natürlich auch in einem Fachwerkhaus, dem Hotel Domschatz, komfortabel und günstig gewohnt.