30. Januar 2015

Maulwurfsplage

Die Kiwis verlangten nach einer intensiven Betreuung. Dafür durfte ich für ganze fünf Tage plus zwei Anreisetage nach Posada fliegen. Von Fliegen zu sprechen ist gut, wenn man geschlagene sechs Stunden auf dem Flughafen Barcelona auf seinen Anschlussflug warten muss.
Zur Überbrückung der Wartezeit hat Peter (Arnold) mir reichlich Filme mit gegeben.
Irgendwann kam ich dann auf den Trichter, dass kein „Arnold“-Film anzuschauen realitätsnaher, unterhaltsamer, kurzweiliger und nicht so brutal bluttriefend ist.
Nach der ersten Nacht in Posada im bitter kaltem Bett, der Schock am Morgen.
Auf unserem Feld, welches wir mit viel Geld 2013 haben ebnen lassen, türmt sich der Himalaja en miniature auf. Mit Hügeln so hoch und groß wie der Mont Everest. Das ist nicht das Werk eines einzelnen, nein, dass kann nur die Mache eines großen Familienstammes von Maulwürfen sein.

maulwurfhügelAls, bis dato erfolglose, Gegenmaßnahme habe ich gleich zwei Fallen gesetzt und eine weitere von Miguel ausgeliehen.
Hierzu musste ich höchst selbst zu ihm in den Garten gehen. An nichts denkend, dies kann ich bekanntlicher maßen gut, lief ich in den Hühnerstall und stand plötzlich vor Lilo.
Vor Überraschung rief ich freudig „Lilo!“. Sie drehte sich augenblicklich zu mir. Ihre vier Leidensgenossinen waren aufgeregt am Gackern was das Zeug hält, nur Lilo blieb stumm. Sie, die sonst immer was zu gackern hatte, ausgerechnet sie gackerte nicht.
Getrennt durch die Gitterstäbe habe ich sie dann streicheln können. Allerdings nur mit dem Mittelfinger und nur, weil dieser nicht lang genug war, am Schnabel. Sie ließ es zu, obwohl sie früher dass Anfassen nicht mochte. – Am gleichen Morgen hat Lilo Miguel in den Finger gebissen.-
Ich habe mit ihr über viele Minuten gesprochen und hörte zweimal von ihr einen leisen, einem Gackern ähnlichem Laut, dabei sah sie mich mit tief traurigen Augen an. Ja, sie ist wirklich traurig.

Hühner haben auch Empfindungen!

Sie machte auch auf mich, obwohl sie sich halb aufgeplustert hatte, einen sehr mageren Eindruck. Dies wurde mir indirekt von Miguel bestätigt, da er mir sagte, dass Lilo sehr wenig frisst.

Mit einem schlechten Gewissen aber mit einer Maulwurffalle mehr habe ich sie dann verlassen.

Da die Invasion der Maulwürfe nur mit noch mehr technischem Gerät zu bändigen ist, habe ich noch zwei weitere Fallen bei Berta gekauft. Sie hat fast den Mund nicht mehr schließen können, als ich ihr sagte, dass wir zweihundert Maulwurfhügel unser eigen nennen, wobei ich die noch -möglicherweise- kommenden Hügel mit hinzu gezählt habe.
Jetzt sind fünf Fallen gesetzt.
Ich denke sie haben Angst in die Fallen zu gehen, denn dann würde ich ihnen bei lebendigem Leib die Krallen ziehen und auch noch langsam, gaaanz langsam ihr Fell über die Ohren ziehen.
Als nächstes kaufe ich eine Kanone!! Diese wird in die Gänge gestellt und es wird auf alles Geschosen was sich in der Unterwelt bewegt. Leider werden die Viecher denn Beschuß nicht überleben und können somit ihre Krallen und das Fell behalten.

Aber nicht nur Maulwürfe haben unser Anwesen lieb gewonnen, nein auch Ratten und, seit langem wieder, Mäuse.
Ein kluger Bekannter hat behauptet, da wo Mäuse sind, gibt es keine Ratten und umgekehrt.
Dieser Klugscheißer!
Die Mäuse erledigen sich selbst in dem sie in die Rattenfallen gehen. Zwei mit Genickbruch habe ich bereits entsorgt.
Wie immer, Heizhunger auf die BASF Leckerlies haben die Ratten. Wie die sprichwörtlichen warme Semmeln gehen die Leckerlies weg. Wenn wir im April wieder das Haus beziehen werden, wird uns ein Duft… ich mag nicht daran denken.

Die gute Kiwi Ernte vom vergangenem Jahr gehört zum großem Teil den Ratten und Mäusen. Da wohl der Frühwinter so warm war, vergammeln die Kiwis, wie auch die Kürbisse in großer Zahl. Wahrscheinlich werden die Nager durch den Geruch der gehrenden Kiwis angelockt.

Das Wetter war sehr arbeitsfreundlich. Zweieinhalb Tage habe ich gewerkelt wie ein besessener. Die Kiwi- Stauden und den Rasen das Gras um die Himalaja’s herum geschnitten. Dann kam der große Regen, nein es war die Sintflut. Petrus zeigte wozu er fähig ist. Hagel, Donner, Sturm, Blitze und Regen, viel Regen, wechselten sich ab. Nur den Sonnenschein den hatte Petrus vergessen.

Somit durfte ich mich die restlichen zweienhalb Tage an den Kohlenherd in der Küche erfreuen.