5. bis 7. Dezember 2014

Wenn einer eine Reise tut,
oder
auf Frauen ist kein Verlass.

Für Samstag waren wir zum 70-zigsten Geburtstag von Gerd Swoboda eingeladen.
Drei Tagen haben wir gepackt, um nichts wichtiges zu vergessen.
5-141205-03865-ex1-HarburgAm Tag der Abreise hatte ich, wie immer, die Hauptlast der Vorbereitung zu treffen. Zehn mal treppauf, treppab um die zwei von Maria Paz gefüllten Plastiktüten und den Tageskoffer im Auto zu verstauen, während sie sich einem Kreuzworträtsel hingab, oder so was ähnlichem.
Vor lauter Arbeit und Tun für Maria Paz blieb mir somit keine Zeit mich um meine Robe zu kümmern. Immerhin habe ich diese neben der Haustüre zum Mitnehmen und „nicht Vergessen“ aufgehangen.

Die Fahrt ging landein über Harburg (sehr schön und idyllisch), Nördlingen (umfassende Stadtmauer), Eislingen (hier habe ich ein Getriebe für den Einachser abgeholt) über weitere 500 Kilometer und tausendundeins Papiertaschentücher nach Luxemburg zu Astrid.

War die Wiedersehensfreude groß. Endlich konnte mich meine Fließjacke wieder wärmen, welche Maria Paz beim letzten Aufenthalt vergessen hatte mir anzuziehen.5-141205-09740-ex1-NoerdlingenBeim Anblick der Jacke fragte ich Maria Paz:“ wo hast Du meinen schönen Anzug den ich für dich griffbereit in der Diele aufgehängt habe?“
Was soll ich sagen, sie hatte vergessen ihn mitzunehmen. Jetzt musste ich fast nackich und Zähne zusammen beissend zum Gerd.
Nach einer sch… Nacht, weiteren tausendundeins Papiertaschentüchern und einem verspätetem Aufstehen ging es nach Duisburg.

Ein Autobahnwechsel in Leverkusen stand an. Nur, die Navi-Tussi hat davon nichts mitbekommen und wollte mir stattdessen eine Rundreise durch Leverkusen aufschwatzen.
Ich, nicht blöd, habe mich nicht von der richtigen Fahrtrichtung abbringen lassen, denn ich kenne mich in den Örtlichkeiten um das Leverkusener Kreuz aus. Da mir das „bei der nächsten Ausfahrt rechts abbiegen“ sowas auf die, wo auch immer ging ,habe ich die Navi-Tussi mundtot gemacht.
Haste die eine erledigt, plärrt die andere: „ich lese nicht mehr Düsseldorf sondern nur immer Frankfurt und die Entfernungsangaben dorthin werden immer geringer“. Aber was weiß Maria Paz schon von dem deutschen Autobahnnetz. Sie, die noch glaubt die Welt sei eine Scheibe an deren Grenzen Oviedo und München liegen.
Nachdem sich langsam die Silhouette von Frankfurt aus dem Morgennebel hob, war mir klar, dass Maria Paz mich nicht deutlich und entschieden genug auf den Fehler meines Navigationsgerätes hingewiesen hatte.
Mit zusammen gebissenen Zähnen habe ich das Versagen von ihr und der Navi-Tussis wieder korrigiert.

So sind wir fast pünktlich, mit zwei Stunden Verspätung, zur Feier von Gerd eingetroffen. Wo sich herausstellte, dass meine Hose mit Hemd und Pulover noch schicker waren als die Klamotten von Gerd und seinen Brüdern. Da hatte Maria Paz, wie so oft, wieder Glück gehabt.
Nach einem Kurzbesuch bei Ursula und Mady/Werner ging es wieder Richtung Heimat.

Irgendwo hinter Würzburg dann ein kleiner Tankstopp. Dreißig Euronen in den Tank gefüllt.
Maria Paz wollte zur Kasse gehen um zu bezahlen. Da sie, wie nicht anders zu erwarten, ihre Payback-Karte zu Hause, wahrscheinlich in der Nähe meines Anzuges, vergessen hatte, fragte sie mich nach meine Karte. Natürlich hätte ich sofort gewusst wo meine Karte sich befindet, wenn Maria Paz diese nicht verlegt gehabt hätte. So fand die Zahlung ohne Karte und ohne Punktretoure statt.
Das Problem war, die Karte befand sich in mein Portemonnaies zusammen mit eine größeren Summe von Bargeld (cirka 15 Euronen), Ausweisen, Kreditkarten und Führerschein.
Nach der Zahlung wurde das Auto zur Suche nach dem Portemonnaies bis ins Detail auseinander genommen. Da meine Augen sich nur unwesentlich von denen eines Adlers unterscheiden, habe ich die Geldbörse im Kofferraum in einem Seitenpacknetz gefunden. Bis dato war mir nicht bekannt, dass Maria Paz in der Lage ist den Kofferraum zu öffnen, geschweige, dass sie von dem Packnetz wusste. Es geschehen halt doch noch Wunder, oder, Deine Frau das unbekannte Wesen. Den restlichen Weg bis nach München verbrachten wir schweigend, da Zähne zusammen beißend.

Es ist schon schlimm, wenn sich bei Personen so langsam demente Zustände wie Realtitätsentzug, Altersstarrsinn und Vergesslichkeit einstellen. Gott sei Dank bin ich davon nicht betroffen.

In Duisburg wurde uns eröffnet, dass wir uns eine neue Schwägerin, als Ersatz für Birgit, suchen müssen. Meine Lust dazu ist gleich Null, da eine (Ex-) Schwägerin, deren Wiedersehen mir erspart bleibt, mir die Liebste ist, aber, auf Frauen ist kein Verlass. (Mady, du sollst/musst mir immer erhalten bleiben)

2 Gedanken zu „5. bis 7. Dezember 2014

  1. Also Papa, ich hoffe ich bzw. die Matratze war nicht schuld, dass du so eine schlechte Nacht hattest sondern der Schnupfen…..ich will ja, dass ihr wieder kommt!Aber wenn ihr evrschlafen habt, dann kann es ja nicht soooo unbequem gewesen sein:-)

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