2014

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 Jahresrückblick 2014

Das Jahr liegt in den letzten Atemzügen. Bevor mir das auch passiert schreibe ich hier für die Nachwelt auf, was sich so alles für mich und meine Familie in 2014 getan hat.
Das Jahr fing nicht gut an. Im Januar verstarb meine Mutter nach langer Krankheit im Alter von 91 Jahren. Bis zun Ende war ihr eine 7*24 Stunden Betreuung durch ihre Enkelin Ursula vergönnt.
Die in maßen heitere Abschiedsmesse von Schifferchen, so wurde sie von Ihren Freunden genannt, wurde ihr gerecht.
Das einzig positive an eine Beerdigung ist, dass man frühere Freunde, Bekannte usw. nach 30, 40 Jahren wiedersehen kann. Dabei hat es mich schon überrascht, wiiie alt sie aussehen und wiiie konservativ sie geworden sind.

Nach zwei Monaten München hat es uns Ende Januar wieder nach Spanien gezogen.
Gleich habe ich mir einen Traktor zugelegt. Einer mit stattlichen 3,7 PS und gefühlten 120 dB. Einmal in der Woche tuckere ich nun für einen Tag über die Wiesen und Felder um das Gras zu schneiden und nebenher die lang schlafenden Nachbarn aus dem Bett zu jagen. Bevor ich mir den Traktor zugelegt habe, musste ich die Wiesen alle zwei Wochen an zwei Tagen mit meinem Uralt-Einachser von 1963 schneiden. Man sieht der zeitlich Einsparungseffekt durch die Nutzung des Traktors ist enorm.
Auf den Traktor möchte ich nicht mehr verzichten, alleine schon wegen der Nachbarn, da ich nichts mehr zu hämmern oder zu schleifen habe um sie zu ärgern. Alle Instandsetzungs- und Verschönerungsarbeiten die Hammer, Meißel und Mörtel verlangen, habe ich bereits 2013 erledigt.
Mit der Unterschrift unter einem Architektenvertrag zur Grundsanierung unseres Hauses hat Maria Paz im Oktober dafür gesorgt, dass ich die nächsten 10 Jahre nicht Däumchen drehen muss.

Im Juli verstarb unser liebe, liebe Lili (Lili= Kurzform für „Links die“) , unser Huhn. Sie war uns Katze und Hund zu gleich, vielleicht sogar mehr. Ihre Zutraulichkeit und ihr unerschütterliches Vertrauen zu uns werden wir nie vergessen.
Jetzt haben wir nur noch Lilo. Lilo ist durch und durch ein Huhn. Das sie jeden Tag ein Ei legt, ändert nicht die Tatsache, dass sie ein dummes Huhn ist. Sie ist den ganzen Tag unterwegs auf der Suche nach Würmern, Grillen und kleinen Eidechsen. Und wo sie gerade steht und Lust hat, buddelt sie ein weiteres (Bade-) Loch. Ihre temporäre Zuneigung müssen wir uns jedesmal teuer mit einer Handvoll Körner erkaufen.

Da uns der Tod von Sultan (unser belgischer Schlappohrschäferhund), Reli (Reli=Kurzform für „Rechts die“)und eben Lili so ans Herz ging, haben wir uns vorgenommen keine Tiere mehr anzuschaffen.
Pech für Lilo (Lilo= Kurzform von nichts).
Wir benötigen auch keine eigenen Tiere, denn so acht bis zehn Katzen kommen uns mehr oder weniger regelmäßig besuchen. Maria Paz hält immer Leckerlis für sie bereit. Die Katzen brauchen wir, denn….
Es gibt auch Tiere die hat man nicht so gerne im Haus, wie zum Beispiel Berta. Berta war so frech, sie hat sogar drei Chorizos (Paprikawürste) von einer Leine geklaut. Wochenlang war ich hinter ihr her, bis ich sie „tödlich“ gefangen habe. Es hat schon einige Zeit gedauert, bis ich Maria Paz davon überzeugen konnte, dass es sich bei Berta nicht um ein süßes Mäuschen – gibt es bei uns im Haus seit geraumer Zeit nicht mehr – sondern um eine von mehreren fiesen, fetten Ratten handelt.
Dank deutscher Chemiekunst habe ich die Population dieser Tierchen nachhaltig verringern können.

Ratten zu töten oder gar zu fangen ist nicht leicht, aber noch schwerer wird es, wenn es sich bei dem Tierchen um einen Maulwurf handelt. Mir kommen jedes mal die Tränen, wenn ich auf unsere -üblicherweise immer- frisch gemähten Wiese ein neues Zugspitzmassiv aufwachsen sehe.
Ich weiß nicht warum die Tierchen geschützt sind, die lassen sich sowieso nicht fangen oder gar töten.
Unser einziger Bienenstock hat uns eine Rekordernte an Honig beschert. Fünfundvierzig Kilo!
Da ich wegen meiner Abwesenheit im Winter nicht zu füttern kann habe ich ihnen einiges von ihrem Honig belassen. Hoffentlich ist der kommende Frühling schön damit ich einen Schwarm einfangen kann. Bienen sind empfindlich und ein Volk ist schnell verloren.
Dafür, dass wir, auch wegen der Bienen, auf Chemiekeulen verzichten, war die Obsternte ganz i.O. Für uns viiiel zu viiiel. Jetzt gärt das Obst in drei großen Kompostkästen.

Abwechselungen in unser spanisches Leben brachten uns eine kleine Reise nach Marokko. Hier wollte ich die Schönheit junger marokkanischer Frauen studieren.
Dies wurde mir göttlicherseits verwehrt, aber dafür konnte ich mein bereits vorhandenes Wissen um Verpackungstechniken weiter verfeinern.
Im September besuchten uns mein Bruder Werner und seine Frau Mady.
Es waren vierzehn überaus abwechslungsreiche und spaßige Tage.
Wer einen Werner hat, der hat keine Langeweile.

Auch wenn ich dieses Jahr in der Warteschlange vor der Himmeltür ein gehöriges Stück aufrücken musste, so war es ein ruhiges und gutes Jahr. Hoffen wir, dass Petrus, als Wächter der Himmeltür, jetzt dreizig Jahre Brotzeitpause macht.