26. Januar 2022

Die wilde Einscheibenschleifmaschine

In den letzten Tagen habe ich unsere Küche renoviert.
Ursprünglich wollten wir eine neue Küche kaufen da die jetzige bereits 36 Jahre alt ist.
In einem nächtlichen Geistesblitz kam mir die Idee die Küche zu renovieren statt eine neue zu kaufen.
Eine neue Arbeitsplatte, ein neues Spülbecken, eine neue Rückwand, die, die alten verdreckten Fliesen verdeckt, und ein neuer Ofen machen die Küche wie neu.
Um Maria Paz ganz zufrieden zu stellen habe ich auch einen Venylboden verlegt.

Als kritischer Beobachter bei meine Arbeiten erwies sich Poffertjes, Adrians Collie.
Poffertjes war bei uns für drei Wochen zu Gast, während sein Herrchen und sein Frauchen in Costa Rica urlaubten.
Seine Liebe zeigte er uns, indem er überall seine Haare hinterließ.
Kaum hat er sich auf dem Weg gen Wien gemacht haben wir großen Hausputz gehalten.

Um das Reinigen der Parkettböden zu erleichtern habe ich eine Profi- Einscheibenschleifmaschine für 56 Euro ausgeliehen.
Schon alleine die 44 Kilo schwere Maschine, mit Hilfe von Peter A., die Treppe herauf zu befördern war mehr als nur ein Kraftakt. Peter stand dabei kurz vor einem Kollaps, ich allerdings auch, nachdem ich die Maschine eingeschaltet habe. Kaum war sie eingeschaltet hat sie ein Eigenleben entfaltet. Sie sprang, sie kreiselte, sie schlug um sich, nur geflogen ist sie nicht.
Um sie etwas unter Kontrolle zu halten habe ich meine Spannweite genutzt, um mit einer Hand die Totmannschaltung – wieder so’n Wortungetüm – am Bediengriff, welcher sich knapp unter der Flurdecke befand, zu bedienen, während ich mit der anderen Hand die wilde Maschine am Boden auf Kurs zu halten versuchte, was mir allerdings nur mangelhaft gelang.
Kurz bevor die Maschine alle Wände der Wohnung einriss habe ich sie ausgeschaltet und weggestellt. Mit viel Überwindung, unter absoluter Vernachlässigung meiner Eitelkeit, habe ich den Schrubber aus der Kammer geholt und das getan was Maria Paz schon immer sagte, ich schrubbte den Boden von Hand.
Und siehe da, es funktionierte und das Ergebnis war um etliches besser als mit der Profi-Maschine.
Das Maria Paz nun allen erzählt oder schreibt, dass ich für eine Maschine, bei der ich nicht in der Lage war diese zu bedienen, 56 Euro ausgegeben habe, quasi das Geld in die Isar warf, damit muss ich nun leben.