2021

Nach der Widerauferstehung von ABBA hier die nächste Sensation:
mein persönlicher Rückblick auf das Jahr 2021.
Zu Jahresbeginn waren bei mir kleinere Altersschäden ärztlich zu beheben, dies bescherte mir zweimal Kurzaufenthalte in eine Klinik.
Ein Backenzahn zeigte mir, dass, das Leben endlich ist, er war tot und musste raus.
Vermutlich wegen meines Heldenmutes (nomen es omen) und meiner Fähigkeit größte Schmerzen zu tolerieren wurde ich, zusätzlich zu den Behandlungskosten von 570 Euros, mit 153 Euros von der Krankenkasse belohnt.
Eigentlich dachte ich, ich könnte mich über neue Hüften freuen. Aber, die Ärzte meinten unisono, da ich noch auf jeweils einem Bein hüpfend meine Socken anziehen kann, soll mich nicht so anstellen und gegen die Schmerzen meine feminine Seite, weil diese Schmerzen zu ertragen weiß, zur Geltung kommen lassen.
Solidarität mit meinen Altersbeschwerden hatten meine Maschinen und Geräte. Eigentlich gab es keine Maschine, kein Gerät welches nicht altersbedingte Verschleißerscheinungen zeigte. So war ich fast den gesamten Sommer und darüber hinaus mit Erfolg am reparieren.
Die Reparaturen waren nicht einfach und erforderten großes Improvisationstalent. Denn, für Geräte und Maschinen die älter als drei Jahre sind gibt es keine Ersatzteile mehr, es sei denn, sie sind älter als 50 Jahre.
Auch mein Fahrzeug mit deutscher Geburtsurkunde zeigte mir seine Verbundenheit. So fuhr es zwei Mal direktamente von Oviedo kommend für mehrere Tage in die Werkstatt, während Maria Paz und ich die kostenlosen Spritzen abholten. Im Grunde waren es die teuerste Impfung die in München je gemacht wurde.
Im August war unser Haus voll!
Man braucht nur drei Kleinkinder, zwei Kaninchen, einen Hund, dass entsprechende Personal dazu und man ist fremd im eigenen Haus.
Aber bei allem Tohuwabohu welches unsere Gäste veranstalteten war deren Anwesenheit wunderbar. Wir möchten diese Zeit nicht mehr missen. Maria Paz und ich waren glücklich.
Unsere Enkel sind eine wahre Pracht. Ein Sonnenschein ist auch „Yara“. Seit dem 28. Dezember 2020 unser jüngstes Familienmitglied.
Im Alter von zwei Monaten hat sich Yara mit einem RSV-Virus (Symptome ähnlich wie bei Corona) infiziert. Fünf Tage war sie, in Begleitung ihrer Mama, in eine Klinik isoliert. Es tat uns allen sehr, sehr weh, das Würmchen so verkabelt und mit Schläuchen für die Sauerstoffzufuhr zu sehen.
Vielleicht ist es diese Erfahrung, die Yara nun so aufgeweckt und fröhlich macht.
Ich kann mich an keinem so kalten Sommer hier in Asturien erinnern, wie er dieses Jahr war.
Vielleicht hatten wir einen oder auch zwei Tage mit 28 Grad gehabt. Im allgemeinen pendelt das Thermometer zwischen 23 und 26 Grad. Am späten Nachmittag sagt die Sonne hin und wieder: „mich gibt es noch“. Trotz der wenigen Sonne und der arktischen Kälte, dafür aber viel Wind, regnet es über das gesamte Jahr nicht ausreichend. Komischer Weise trugen die Obstbäume so viele Früchte wie selten.
Da Maria Paz nicht alles Obst essen kann wird heuer unser Kompost von bester Qualität sein.
Nicht nur, das wir im Herbst das Obst für Marmeladen ernteten, nein, auch das Ausdünnen aller Bäume war angesagt.
Für Maria Paz ein wahres Freudenfest, konnte sie doch mit dem Verbrennen des Schnittholzes ihre pyromanische Leidenschaft ausleben.
Als Ausgleich durfte ich unsere Gemüsebeete mit dem Spaten beackern.
Bislang habe ich es nicht wahrhaben wollen, auch ich werde alt und benötige nun für die Anstiege am Berg spannungsgeladene Unterstützung.
So habe ich eines meiner Mountainbikes zu einem Rentnerfahrrad (E-Bike) umgebaut.
Meine anderen fünf Räder werden weiterhin zu 100% mit Muskelkraft angetrieben.
Maria Paz geht es ganz gut. Mit ihrem Gejammer, dass sie seit der Operation nicht mehr singen kann, nervt sie mich fast täglich.
Dies ist der Preis dafür, dass sie mich bekocht, ich täglich selbst gebackenen Kuchen bekomme und sie für mich Nüsse sammelt und diese für mich genussfertig knackt.