Zufälle

Anfang der neunzehnhundersiebziger Jahre fuhren meine damaligen Freundin Mathilde, sie kam aus Heerlen, dies liegt in der Nähe von Aachen, in den Niederlanden, von Beruf war sie Hebamme, und ich zum Ijsselmeer. Hier besuchten wir eine Auktion auf dem Käsemarkt von Edam.
Unter der Menge von Touristen viel mir ein Mann mit kurzgeschorenem Haar, rundlichem Gesicht, blassen Teint und karierten Hosen auf, kurz er sah fremdländisch aus.
Am nächsten Tag im Büro stellte sich mir ein fremdländisch wirkender Mann mit kurzgeschorenem Haar, rundlichem Gesicht, blassen Teint und karierten Hosen vor. Es war Bill Hein aus Denver, Colorado. Im Auftrag von Krupp Stahlbau Rheinhausen sollte er ein Programm programmieren.
Trotz der sprachlichen Barrieren freundeten wir uns an.
Eines Tages besuchten wir im nahen Moers ein Bistro. Noch zu frühen Stunde waren wir die einzigen Gäste, als sich die Tür öffnete und zwei sehr gut anzuschauende junge Frauen eintraten.
Mir gefiel gleich die Frau mit weißem durchsichtigem Kleid, welches nichts, aber auch gar nichts verbarg, erst recht nicht den nicht vorhandene BH.
Mein angeborener Charme konnte sich bei ihr nicht gegen den Charme eines Amis durchsetzen. Sie warb um ihn.
So durfte ich mich um ihre Freundin kümmern, welche leider alles Sehenswerte verdeckte.
Es wurde recht feucht und spät in diesem Bistro.
Bill der aus Prinzip nichts alkoholisches trank fuhr uns Heim. Ich weiß nicht warum, aber von der Heimfahrt habe ich nichts mitbekommen. Vor Kopfschmerzen und Übelkeit bin ich am Morgen in einem großen Bett, in dem außer mir noch drei weitere Personen lagen, erwacht. Wie es mein Kopf zuließ sprang ich behände aus dem Bett und stand urplötzlich bis zu den Knöcheln im Wasser. Aus dem Fenster schauend bemerkte ich, dass ich mich in einer Souterrain-Wohnung befand, welche vom tagelangen Regen mit Wasser voll gelaufen war.
Aus der Froschperspektive versuchte ich knapp über die Rasennarbe sehend die Örtlichkeit zu eruieren, denn irgendwie kam mir die Gegend bekannt vor. Auch meinte ich, dass ich das schräg gegenüberliegende Haus schon mal gesehen zu haben. Ich zermarterte mir den Kopf. Einhergehend mit der Senkung meines Alkoholpegels kam mir dann die Erleuchtung. In dem gegenüberliegendem Gebäude in der Lohstraße 39 wartete mein geliebtes Bett auf mich.
Da Bill, mit Debora hatte er zwei Kinder, und ich sehr treue Seelen und die beiden Damen charakterlich gewöhnungsbedürftig waren, was nach meiner Meinung eine Berufskrankheit von Mannequins ihrer Klasse ist, haben wir auf weiter Treffen mit ihnen verzichtet.