2020

Jahresrückblick 2020

Wenn ich euch in den letzten Jahren mit meinen Jahresrückblicken gelangweilt habe, so möchte ich mich dafür entschuldigen, werde mich aber nicht bessern.
Im November 2019 hatte Maria Paz eine schwierige Operation überstanden. Leider wurde bei dieser OP ein Stimmband verbogen.
Nun kommen aus ihrem Mund nur Laute die einer Krähe, die sich im Stimmbruch befindet, recht ähnlich sind. Deshalb scheut sie jegliche Konversation mit anderen Menschen sei es direkt oder per Telefon. Auch Einkaufen an Fleisch- oder Gemüsetheken vermeidet sie, was leider unseren Plastikmüll nicht verringert. Deprimierend für sie ist, dass sie ihr umfassendes spanisches Liedgut nicht ihren Enkel vorträllern kann.
Aber Schimpfen tut sie noch mit mir, ist halt eine echte Spanierin.

Im Juni waren wir in der Uniklinik München um einen operativen Eingriff an dem Stimmband zu klären, aber es kam dabei nur heraus, dass sie sich in diesem Dezember nochmals bei der Klinik melden sollte.

Im Februar haben wir für 14 Tage und mit 2900 Km Indien erkundet, na ja, eigentlich war es nur Rajasthan und ein bisschen drumherum.
Armut, Dreck und die Kühe waren überall präsent. Die Kühe sind hier so was wie der indische „Grüne Punkt“, sie trennen Kunststoff von organischem Müll.
Aus dem organischen Müll produzieren die Kühe handbaren Fladenbrennstoff.

Die Reise war wunderbar und eindrucksvoll. Sie brachte uns Einblicke in eine völlig fremde Kultur. Noch heute denke ich darüber nach, was die schönsten Eindrücke waren, das Taj Mahal, Jaipur, die Ritte auf den Kamelen und Elefanten, die bunten Saris der Frauen oder doch die Hotels.
Häufig waren die Hotels Herimitagen, also umgebaute Paläste von irgendwelchen Maharadschas. Von diesen Aristokraten muss Indien eine Menge haben.
Mal sehen, ob uns die Zukunft noch einmal nach Indien führen wird. Ich jedenfalls habe nichts dagegen.

Im März nahmen wir vor Corona in München Reißaus und flüchteten nach Asturien, nur um hier vom Regen in die Traufe zu kommen.
Was hier in Spanien los war bzw. nicht los war „und wieder ist“, ist mit der laschen Einschränkungen in Deutschland nicht zu vergleichen. Aber, die strengen Maßnahmen vermittelten uns ein Gefühl der Sicherheit.
Nach sieben Wochen von der Obrigkeit verordnetem Arrest war mir das Radfahren wieder gestattet, wenn auch in den ersten Wochen nur in der unmittelbaren Umgebung unseres Wohnortes.

Wie ich schon oben erwähnte ist Maria Paz im Juni zur Nachuntersuchung nach München geflogen. In ihre „Mütterlichkeit“ hat sie mir für 14 Tage alles lecker vorgekocht und eingefroren.
Kaum war ich drei Tage alleine, fehlte sie mir.
Da kam es mir recht gelegen, dass ich an mir eine größere Wölbung im Leistenbereich bemerkte. In Panik habe ich mich in den nächsten Flieger gesetzt und bin ihr nach.
Die Diagnose in München deutete auf einen Leistenbruch.
Eine OP im Sommer und damit auf mein Radfahren zu verzichten, das war mir die Heilung meines Bruchs nicht Wert.
Also flogen Maria Paz und ich ohne besondere ärztliche Fürsorgen wieder zurück nach Asturien.
Mal mit Sonnenschein mal mit Regen dümpelte der Sommer dahin.
Der Herbst schenkte uns eine großartige Ernte an Kartoffeln, Bohnen, Nüssen, Kiwis, Äpfeln und Beeren.
Nur unser Birnenbaum hat sich mit einer Frucht begnügt und wir mit ihm.

Das Jahr 2020 hat mir tiefe Falten im Gesicht, Bauch und Hüften hinterlassen. Das ich im Gesicht nun aussehe wie bald 72 kann ich noch verkraften, aber die Hautfalten an Bauch und Hüfte… nicht schön.
Ich werde mir überlegen müssen, ob ich mir nicht doch ein Rad mit einem elektrischen Hilfsmotor zulege damit ich nicht noch mehr abnehme als die derzeitigen sechs Kilo in neun Monaten.
Zweifel habe ich ob der Akku von so’n Gefährt 5000 Kilometer und 70000 Höhenmeter hält.

Wie es sein soll kommt das Beste zum Schluss.
Maria Paz und ich haben es mal wieder, nun zum dritten Mal, geschafft, wir werden noch einmal Großeltern. Wenn Er oder Sie es nicht anders plant, wird mit ärztlichem Können das Baby vier Tage vor Silvester also am 28. Dezember unser aller Leben bereichern.
Unterstützt bei der „Werdung“ zu Oma und Opa haben uns Damian mit Astrid gewährt.