Wie ich Maria Paz kennenlernte

Mein damaliger Freund Sven Störner, ein Schwede, besuchte 1974 für sechs Wochen eine Sprachschule um sein Englisch zu verbessern.
In der Woche mit Fronleichnam besuchte ich ihn in Folkestone, England.
Am Sonntag den 16. Juni fuhr ich mit der Bahn wieder zurück nach Duisburg-Rheinhausen, mein damaliger Wohnort.
Ich war alleine im „Raucher“-Abteil. Mein Aussehen war sehr ramponiert da ich im Suff und mit Übermut über einen Poller im Hydepark sprang. Zu meinem Pech war der Poller höher als mein Sprung. Aua!!

In Brüssel stieg ein junges Mädchen zu mir ins Abteil. Sie stieg deshalb zu mir, weil ich, wie sie mir später erzählte, der einzige blonde junge Mann im ganzen Zug war.
Wie sich herausstellte war sie Spanierin, eben Maria Paz.
Unsere Konversation war sehr holperig. Sie sprach neben Spanisch und Französisch auch Deutsch, aber zu diesem Zeitpunkt, sagen wir, mangelhaft.
Da ich schon damals ein Sprachidiot war mussten wir uns bis zu ihrem Ausstieg aus dem Zug in Köln mit Händen und den Füssen unterhalten.
Immerhin, verstanden habe ich, dass sie studiert und um Deutsch zu lernen in den Semesterferien als Zimmermädchen im Parkhotel zu Bad Godesberg arbeiteten wird.
Trotz der Sprachbarrieren haben wir uns für das nächst Wochenende in Bonn-Bad Godesberg verabredet. Ich denke, sie wollte mit den Verabredungen ihr Deutsch verbessern.
Da ich eine Bauleitung in Freiburg hatte und eine DB Flatrate-Karte besaß, war ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Freiburg kein Problem.
Beim ersten Treffen, wir fuhren mit dem Schiff zum Drachenfels, war ein Gespräch noch eine große Eierei.
Nur weil ich Maria Paz nicht enttäuschen, und ich mich von der besten Seite zeigen wollte haben wir uns weiter getroffen.
Und siehe an, ihr Deutsch wurde von mal zu mal viel besser. Nach dem dritten Treffen war schon ein ausgiebiges Gespräch möglich.
Ihre nächsten Semesterferien verbrachte sie bei mir in Rheinhausen.

Nach der Bauleitung in Freiburg wurde ich für eine weitere Bauleitung nach Walldorf abgeordnet.
Von meiner Mutter bekam ich ihren Wohnwagen ausgeliehen.
Als Maria Paz mich in den Semesterferien in Walldorf besuchte, habe ich den Wohnwagen von der Baustelle auf einen in der Nähe befindlichen Campingplatz gestellt.
Hier verlebten wir eine wundervolle Zeit welche in Maria Paz Kochkünste gipfelte.
So war es nicht von ungefähr, dass ich beim Essen der leckersten und mit viel Liebe gebratenen Kalbskoteletts Maria Paz den Heiratsantrag machte.

Am 11. Oktober 1976 haben wir dann in der Kirche San Tirso in Oviedo geheiratet.