29. August 2020

Über mein Radfahren

In der Zeit in dem Corona das alles beherrschende Thema ist, gibt es bei Maria Paz und mir kaum etwas erwähnenswertes zu berichten, also werde ich jetzt was über mein Radfahren schreiben.
In den letzten Monaten habe ich, weiß der Geier wie, rund fünf Kilogramm abgenommen. Was nicht heißt, dass ich mein Hüftspeck, auch Michelins genannt, verloren habe. Nein die Speckrollen sind zu meinem Leidwesen noch immer da, dafür habe ich unter den Rippenbögen tiefe Einbuchtungen.
Wenn es mit dem Rad bergauf geht verleihen mir meine nun 72 KG regelrecht Flügel, ganz ohne Zuhilfenahme von Büchsen-Bullen.
Nicht nur das ich die meisten Mitradler (Einzelfahrer) überhole, nein die Schmarotzer hängen sich an mein Hinterrad. Meistens hänge ich sie dann kurz vor einer Bergkuppe ab, da ich noch Reserven mobilisieren kann. Bergab haben sie ohne hin keine Chancen an mein Hinterrad zu bleiben. Offensichtlich kann ich gut mit dem Rennrad bergab fahren. Bei einer Geschwindigkeit bis zu 60 KM/h auf kurvenreicher Strecke hat mich bisher keiner überholt, auf gerader Gefällestrecke schaffe ich bis zu 80 KM/h. Mit meinem Mountainbike komme ich nicht annähernd so gut die Berge runter. Mit diesem fahre ich – vergleichsweise -, wie Frauen ihre Autos rückwärts Einparken.
Was ich fürchterlich hasse, wenn mich einzelne Radler in der Ebene überholen. Gut, Radler die jünger als 35 Jahre und unter 70 KG sind lasse ich ziehen, alle Anderen wecken in mir den Jagdinstinkt.
Die eingebildeten Fratzen, die meinen einen 71-jährigen einfach zu überholen, jage ich so lange bis denen beim nächsten Anstieg die Puste aus geht. Mein Jagderfolg schätze ich auf mindesten 133 ⅜ %.
Bei rund 70 Kilometer mit dem Rennrad und 50 Kilometer mit dem Mountainbike und jeweils um die 1000 Höhenmeter pro Tour melden sich konzertiert mein Rücken und und die Hüften und meinen es wäre genug der Tortur.
Ich bin wahnsinnig dankbar und stolz das ich noch so fit bin. Hoffen wir das dies noch lange so bleibt, trotz Hüftweh und teilweise heftige Rückenschmerzen.