14. Juni 2020

Der Wurm

Maria Paz und ich lagen auf unsere Diwans und schauten die x-te Wiederholung von irgend einem Tatort an.
Urplötzlich sprang Maria Paz wie von einer Tarantel gestochen von ihrem Diwan auf und fing an herum zu zappeln als ob sie einen Tecno-Tanzwettbewerb gewinnen wollte.
Von der Darbietung so verdutzt habe ich erst mit zeitliche Verzögerung mitbekommen, dass sie dabei „ein Wurm, ein Wurm“ rief.
Und tatsächlich, hatte ein Wurm die Zappelei satt und rettete sich durch freien Fall von ihrem Gewand auf dem Fußboden.

Da lag nun das Ungeheuer so grün wie eine giftige Mamba und so riesig wie ein Nilpferd.
Ich sagte zu Maria Paz „Nimm den Wurm und ab damit in die Toilette.
„Neeeiiiin!!!! Nein, das kann ich nicht. Mach‘ du das“ .
Sie reichte mir für die fachgerechte Entsorgung eine Papiertaschentuch welches sich durch vielmaliges Benutzen in Auflösung befand. Ich nahm meines da es nur einmal Benutzt war. Die Bestrafung ob dieser Verschwendung erfolgte durch einen entsprechendem Blick.
Mit großen Mut nahm ich das grüne 1 Zentimeter lange und 3 Millimeter dicke Ungeheuer mit dem Taschentuch auf und entsorgte es.
Um nicht Depressiv zu werden darf ich mir keine Gedanken darüber machen, was für ein schöner Schmetterling aus diesem Wurm! hätte werden können.