2019

Jahresrückblick 2019

Der sauberen Luft in Asturien entfliehend haben wir uns im Februar nach China aufgemacht.
Zuerst waren wir ein paar Tage in Peking danach in Shanghai.
Es war eine beeindruckende Reise, alles gigantisch.
Während in Peking mehr in die Breite gebaut wird, baut man in Shanghai in die Höhe.

Man muss dies nicht mögen, aber bei Betrachtung von Gebäuden und Plätzen fühlt man sich als Europäer mickrig.
Das Olympia-Gelände von Peking sieht aus als sei es für große Militärparaden angelegt. Kein Vergleich zu dem Olympia-Park in München, zwar mickrig aber viiiiel schöner.

Es hat wohl drei Monate, mindestens, gedauert bis meine Mundstarre sich gelöst hatte, so überwältigt war ich von die Skyline von Shanghai. Da ist die von New York ein Dreck dagegen, so Mitreisende.
Von der Uferpromenade des Bund, so heißt dort der Fluss, sieht man Türmchen
bis über 600 Meter hoch. Kleinere so um die 300 Meter machen mit bunten, glitzernden Lichtspektakel auf sich aufmerksam.

Natürlich haben wir neben diverse Pagoden, die Verbotene Stadt auch die Mauer besucht. Voller Tatendrang und um den Mitreisenden zu beweisen was ein oller siebzigjähriger noch im Stande ist zu leisten, wollte ich die Mauer bis zu ihrem Ende ablaufen. Nach ca. anderthalb Kilometer war zu meinem Leidwesen schon Schluss. Eine schwere Eisentüre versperrte mir den weiteren Weg über die dann brüchigen Mauerreste.
Das der Kommunismus auch Kapitalismus kann, davon zeugten die vielen Prada‘s und Gucci‘s dieser Welt.

Im Mai unternahmen wir eine Rundreise durch den westlichen Teil von Andalusien, also der Teil der am Atlantik zwischen Gibraltar und Portugal liegt.
Überrascht war ich was für ein fruchtbarer Landstrich das ist, dazu ist er auch noch sehr schön. Ich denke er ist dem Schwarzwald sehr ähnlich. Zwar war ich noch nicht im Schwarzwald, aber so wie der „Parque Nacional de Doñana“ stelle ich mir diesen vor.
Gerade von meiner Maulsperre erholt klebten mir, nach einem Besuch des Sherry-Produzenten „Tio Pepe“ in Jerez, Ober- und Unterlippe zusammen. So ein fürchterlich süßes Gesöff gönne ich nur den Brexitlern welche auch die Erfinder dieses Klebstoffes sind.

Ende August mussten wir unplanmäßig wieder zurück nach München.
Maria Paz musste eine Zyste entfernt werden, wollte sie nicht an Blutvergiftung, Atemnot oder Hirnschlag sterben.
Herz- und Halschirurgen haben diese in eine langen und schwierigen Operation entfernt. Jetzt ist sie stolze Besitzerin einer ca. 30 Zentimeter langen Narbe, einem Reißverschluss nicht unähnlich, die vom linken linken Backenknochen bis knapp unter dem Brustbogen reicht.
Da bei der Operation ein Stimmband zur Seite geschoben werden musste kann sie mich nicht mehr laut schimpfen – manches Mal hat was Schlechtes auch etwas Gutes -. Ihre Stimmchen klingt jetzt so wie ein Hoden befreiter Rod Stewart, hellheiser.

Zwischen unseren Reisen haben wir uns der Gartenarbeit hingegeben. Warum auch immer, an mangelnde Liebe zu unseren Äpfeln, Birnen, Pfirsiche und Kiwis kann es nicht gelegen haben, die Ernte dieser Früchte… auch lassen wir das, ich mag mich nicht daran erinnern.

Probleme bereiten mir meine Bienen, genauer die Probleme bereiten mir die „gemeinen“ asiatischen Hornissen. Die Viecher wurden 2004 aus Asien nach Frankreich eingeschleppt. Sie lieben, wer will es ihnen verdenken, zum fressen gern die europäische Honigbiene. Leider nehmen sie das mit dem Fressen zu wörtlich und dezimieren meine Bienen. Gegen die fliegenden Monster ist kein Kraut gewachsen. In Frankreich gibt es bereits weite Gebiete ohne Bienen, jetzt okkupieren sie Asturien. Ob ich nächstes Jahr noch Bienen zum Imkern habe wage ich zu bezweifeln.

In meiner knapp bemessenen freien Zeit habe ich meinem neuen Rennrad das schöne Asturien gezeigt und meinem ALDI-Edelradl den Main. Trotz unermüdlichem Gestrampel und Getrete hat der besch… Herbst es mir schwierig gemacht mein Ziel von 5000 Kilometer auf dem Rücken meiner fünf Drahtesel – ein sechstes bekommt sein Gnadenbrot in der Tiefgarage – zu erreichen, aber mit aktuellen 5010 Kilometer ist es geschafft.