1. Juni bis 8. Juni 2014

Marokko

Irgendwie hat Maria Paz herausbekommen, dass ein Frauenverein aus Posada de Llanera eine Reise nach Marokko plant. Die Aussicht als Mann Urlaub mit 23 Frauen zu machen war so reizvoll, dass ich Maria Paz dazu drängte mit zu reisen.
Die Ernüchterung als ich die Damen bei der Abfahrt am Bus zu Gesicht bekam war groß, ebenso meine Sorge ob diese die Reise lebend beenden werden.

1.6.2014

Erst ging es sieben Stunden mit den Bus nach Madrid. Nach einem Aufenthalt von ca. drei Stunden wurden wir von der Royal Air Maroc übernommen und nach Marrakesch geflogen wo wir die erste Nacht im Opera Hotel verbracht haben. Geschlafen haben wir dort gut, was wohl daran lag, dass wir wegen der vorgerückten Stunde auf das Abendessen verzichten durften.

2.6.2014

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Am nächsten Morgen so um sieben Uhr fuhren wir, nachdem wir weitere 20 spanische Touris aufgenommen hatten, nach Fes.
Über eine passable Landstraße ging es durch trockene und hüglige Landschaften Richtung Atlasgebirge. Die Ortschaften die wir passierten machten einen sehr ärmlichen und halbfertigen Eindruck. Halbfertig deshalb, wie mir meine allwissende Ehefrau vermittelte, weil das Elternhaus so gebaut wird, dass die Nachkommen, nachdem sie geheiratet haben, auf dieses weitere Stockwerke aufsetzen können.
Im Atlasgebirge änderte sich der triste Eindruck der Landschaf in üppiges Grün und die Häuser, im Chalet-Stil, zeigten das hier an den Wochenenden Vermögende wohnen. Sogar eine Skistation durften wir zwecks Pipilassen auf einer Höhe von 1800 Metern besuchen.
In Fes angekommen gingen wir am nächsten Tag in die faszinierende Medina (Altstadt).

3.6.2014

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Neben den prächtigen Moscheen und Medersen (Bildungseinrichtungen) begeistert die Altstadt durch ihre sehr schmalen Gassen, welche nur Esel und Maultiere als Transportmittel erlauben. In den sog. Souks befinden sich viele Händler und Betriebe die selten gewordenen Handwerke ausüben. Man hat in den Medina nicht den Eindruck, dass dies alles für den Touristen geschauspielert ist. Nein hier kaufen die Einheimischen. Unser Reiseleiter Hassan hat sich für diese Besichtigung zwei Helfer organisiert, einer der alles amüsant erklären konnte, auch den Vorteil der Vielweiberei, und ein Aufpasser. Dieser hatte die Aufgabe die Gruppe von 50 Personen zusammen zu halten. In dem Gassenlabyrint ist es unmöglich den Anschluss an die Gruppe zu finden, wenn er mal verlorengegangen ist. Sich einen Ausgang aus der Medina weisen zu lassen kosten viele Dirham oder Euro. Der/die Marokkaner/ -in halten für jede Gefälligkeit die Hand auf. Foto! Verhandlungsbasis 5 Euro, wenn der/die zu fotografierenden überhaupt zu einem Foto einwilligt. Die Marokkaner lassen sich nicht gerne fotografieren.
Beeindruckend war die Färberei. Da stehen in einem Hof riesige Bottiche mit verschiedenen Farben in denen Männer auf die Lederhäute oder Stoffe treten um diese zu färben. …Ich habe eine Bettlerin gesehen, die hatte rote ledern aussehende Arme und Hände gehabt.

4.6.2014

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Nach dem orientalischen Erlebnis Fes ging es zu weiter nach Volubilis. Hier konnten wir alte römische Steine bewundern. Highlight für die Frauen war ein riesiger steinerner Penis in einem Haus der Fleischesfreuden, auch Puff genannt.
Wir „wenigen“ Männer haben uns mehr für die nistenden Störche interessiert.
Nachdem wir einen Hut für mich gekauft hatten – ich wollte diesen zum Rasen mähen, Maria Paz hat ihn später für sich beansprucht – brachte uns der Bus nach Meknes. Meknes ist neben Fes, Rabat und Marrakesch eine von den vier Königsstädten, entsprechend sind dort Prunkbauten aus dem 12 bis 14 Jahrhundert zu besichtigen.Eine 40 KM lange Stadtmauer umgibt die Stadt, darin, neben anderen, das wohl schönste Tor Marokkos, das Bab el Mansour. Dieses Tor liegt gegenüber dem orientalisch bunten und belebten Platz el-Hédim.Wir besuchten hier die Grabmoschee Moulay Ismails – weiß der Geier wer das mal war – und ’ne weitere Moschee. Meknes, Weltkulturerbe der UNESCO, hätte es verdient gehabt, wenn wir uns hier mehr als nur drei Stunden aufgehalten hätten. So sind wir weiter nach Rabat gefahren und haben eine Vielzahl von ungesehenem Sehenswertem hinter uns gelassen.

5.6.2014

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Rabat hat nicht viel mehr als hübsche, unverschleierte Frauen (rotes Kopftuch, schwarzes enges Kleid, rote high Heels) und ein Mausoleum in weißem Marmor von Mohammed V. aus aus dem Jahr 1967 zu bieten. Jedenfalls haben wir nicht mehr von Rabat, das Hotel ausgenommen, gesehen.
Als nächstes stand auf dem Rückweg nach Marrakesch der Besuch der mystischen Stadt Casablanca an. Wenn hier nicht die riesige Moschee von Hassan den II, fertiggestellt im Jahr 1993, wäre, man hätte meinen können man wäre noch in Rabat. Eine moderne stark westlich geprägte Stadt.
Beim Mittagessen beim Italiener, wo auch sonst, konnte ich mich davon überzeugen, dass nicht alle Spanier asturianische Tischmanieren hatten. Es gab doch tatsächlich Reisende aus Madrid und Barcelona die konnten richtig mit Messer und Gabel essen.
Nach dieser Feststellung und dem Besuch der Moschee fuhren wir weiter nach Marrakesch.
Wieder in dem sehr guten Hotel Opera angekommen, machten wir am nächsten Morgen mit dem Bus eine „überflüssige“ Stadtbesichtigung.

6.6.2014


Marrakesch kann nur per Pedes geliebt und besichtigt werden. Zwei Tage Jubel, Trubel und Heiterkeit auf dem Hauptplatz Djemaa el Fna und das Feilschen in den vielen Geschäften der Medina erleben, das hat schon was. Djemaa el Fna ist eine Reise wert. Was hier los ist geht auf keine Kuhhaut. Morgens bis Mittags verkaufen Händler ihre Waren. Nachmittags kommen die Schlangenbeschwörer, der Affenzirkus und die Imane. Abends ändert sich der Platz zusätzlich in ein Schlemmerland und Konzertplatz. Nicht nur durch die vielen Gruppen disharmonisch vorgetragenem arabischen Liedgutes hat dieser Platz ein besonderes Flair auf dem man hauptsächlich spanische und französische Touris antrift.
Anna, Mamas Freundin aus längst vergangenen Tagen, war hier in der Medina in ihrem Element. Obwohl ein wenig gaga, aber mit gewissem Geschick im Handeln gesegnet, konnte sie die Preise zu unserem Besten aushandeln. In ihr haben die Marokkaner ihren Meister(-in) gefunden.
Überhaupt saßen die mich begleitenden drei Damen auf die Cents. So war es bei ihnen nicht gut gesehen eine weitere Flasche Wasser für 1 Euro= 25 Ct./ Pers. gegen den Durst im Restaurant nachzubestellen. Protagonistin dieser übertriebenen Sparsamkeit? … na wer wohl?

7.6.2014

Schwerstarbeit für Ana war das Aushandeln des Preises für eine Stunde Kutschenfahrt.
Nach einem ersten Angebot von 40 Euro einigte man sich auf 12 Euro. Nur hat Anna nicht mit der Großzügigkeit von Maria Paz und der uns begleitenden Rosinda gerechnet, die dem Kutscher noch je einen Euro Trinkgeld gegeben haben. Ana sah sich um den Lohn ihrer Schwerstarbeit betrogen.
Im spanischen sagt man für Trinkgeld Propina. Das Wort hat aber für Spanier im allgemeinen nur eine imaginäre Bedeutung, zumindest wenn man nicht der Nehmer dieser Propina ist.
Eine verpackte Frau mit schönem Lidschatten sagte mir in der Medina von Marrakesch: „Die besten Touristen kommen aus Deutschland, Spanier nix gut“. Warum wohl?

8.6.2014

Fast den ganzen Tag haben wir im Hotel rumgehangen da unser Flieger erst gegen 19 Uhr Richtung Madrid abhob.

9.6.2014

Müde aber voll gepackt mit Eindrücken sind wir um drei Uhr morgens in Posada angekommen.

Ein Gedanke zu „1. Juni bis 8. Juni 2014

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