31. Aug. bis 8. Sept. 2018

Radltour um den Bodensee

31.08.2018
Mit dem Flieger ging es von Asturien ab nach München. Bevor dieser abhebte mussten Maria Paz und ich erst einmal um 4:30 Uhr aufstehen und anschließend mit unserem super Auto Peugeot-1007 45 KM zum Flughafen fahren. Hier haben wir für ihn einen wunderschönen Parkplatz für 10 Tage gebucht.

2.9.2018
Jürgen und Anderl übernachteten bei uns in München. Dies ging natürlich nicht ganz trocken ab. Für mich als Quartalsantialkoholiker waren von 3,5 Halbe eine zu viel. In der Nacht sowie am darauf folgenden Tag konnte ich die Muskeln meines Magens und die Säureproduktion meiner Galle auf’s Beste trainieren.

3.9.2018 (17 KM)
Auf dem Bahnhof stieß Sepp zu uns. Zu Viert ging es mit dem Alex-Express von München aus in Richtung Bodensee zum Ziel Lindau.
In Immenstadt fand die ruhige und die fast pünktliche Bahnfahrt ihr Ende. Es hiss: wegen einer betriebsbedingten Störung sei die Weiterfahrt nur per Schienenersatzverkehr möglich oder es ist ein späterer (DB-) Zug zu nehmen. Da wir Wissenden wussten, dass ein Bus keine Räder mitnimmt haben wir uns intensiv mit dem Fahrplan für das Weiterkommen beschäftigt, während andere Mitreisende, von uns anfangs unbemerkt, ihre Räder im Bus verstauten bis dieser voll war.
Dumm gelaufen für uns!
Weitere Schienersatzverkehrbusse konnten sich unseren Blicken erfolgreich entziehen.
So blieb uns nichts anderes übrig als auf die nächste Bahn zu warten, die dann auch pünktlich kam. Wir hätten auch mit ihr mitfahren dürfen, aber nur ohne Räder, denn die hierfür ausgewiesenen Plätze waren belegt.
Auch dumm gelaufen für uns!
Also war bis zur nächsten Bahn weiteres Warten angesagt. Diese Zeit nutzten wir mit den Anlegen der Pläne A, B, und C für ein Weiterkommen nach Lindau.
Endlich nach zwei Stunden Wartezeit kam die erwartete Bahn. Wie eine Kavallerie beim Angriff stürmten wir die Waggons und deponierten unsere Räder. Dem überrumpelten Schaffner blieb nur gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
Und das Spiel war böse. Wie sollte es auch anders sein, eine mindesten zwei Zentner breite Dame wollte zur Toilette rollen. Als ausgefuchste Planer und Halma-Spieler haben wir die Dame durch das Gewirr unzähliger Räder zu ihrem Örtchen bugsieren können, welches nur durch das Radlabteil zu erreichen war.
Mit nur 2-stündiger Verspätung sind wir in Lindau angekommen.
Ein hübsches Städtchen mit einer als Leuchtturm verkleideten Uhr an der Hafeneinfahrt. Hier gönnten wir uns ein erstes und überaus verdientes Weißbier.
Weiter ging es nach Bregenz (Hotel Falken) wo wir übernachteten.

4.9.2018 (70 KM; 480 HM)
Bevor wir weiter Richtung Konstanz fuhren hatten wir noch die imposante Seebühne zu bestaunen.
Schnell und ohne einen Cent in der teuren Schweiz zu lassen, haben wir Konstanz erreicht.
Wir waren erstaunt wie schön Konstanz ist und dies nicht nur wegen der sich drehenden und üppig ausgestatteten Imperia-Statue welche die Hafeneinfahrt ziert.
Im Widerspruch zur Eleganz und Schönheit der Stadt war allerdings unser Nachtlager im Hotel/ Pension Graf. Wobei zu erwähnen ist, dass es wegen der vielen Touris in Konstanz für arme BMW-Rentner kaum bezahlbare Möglichkeiten zur Übernachtung gibt.
Immerhin, und das war auch gut so, in dem Zimmer von Jürgen und mir marschierte kein einer Wanze ähnelndes Kriechtier an der Wand umher.

5.9.2018 (81 KM; 1090 HM)
Gut ausgeschlafen und am Imbiss gestärkt sind wir meinem Herzenswunsch folgend zu den Rheinfällen bei Schaffhausen gefahren.
Die Route dorthin war mehr eine Fahrt ins Blaue als das sie geplant war. Durch reizvolle Gegenden „und immer am Bach entlang“ haben wir die Fälle erreicht.
Unser Anderl, von den Besuchen der Niagara- und Victoriafällen verwöhnter Bursch, würdigte den – für uns restlichen – beeindruckenden Rheinfällen keines Blickes. Was auch gut war, so konnte er beim Rauch von zwei Zigaretten auf unsere Fahrräder aufpassen und ganz nebenher hatte er sich damit ein Weißbier verdient.
Von den Fällen ging es den Rhein aufwärts zurück in Richtung Bodensee. Nach einem Aufenthalt an einem Würstchenstand verließen wir das Rheintal und erreichten über einen langen und steilen Berg Randegg. Auf unsere Tour war dies unsere längste somit auch die anstrengendste Tagesetappe.
Randegg haben wir nicht näher angesehen, dafür aber umso mehr die Kellnerin vom Hotel/ Gasthof Harlekin. Hier wurde uns eine geräumige gut ausgestattete Ferienwohnung zugewiesen.
Apropos Kellnerin, uns allen, die Grundrechenarten beherrschenden, war es nicht gelungen ihre Rechnungen nur einigermaßen zu plausibilisieren.

6.9.2018 (51 KM; 700 HM)
Von Ranegg ging es erst Berg hoch, dann Berg runter und weiter den Rhein entlang bis Konstanz. Hier nahmen wir eine Fähre um zu unserem Tagesziel „Meersburg“ überzusetzen.
Meersburg, eine von mehreren schönen mittelalterlichen Städtchen rund um den Bodensee die tagsüber von Touris überflutet werden.
Hier war dann auch für die Biertrinker Wein trinken angesagt. Für Anderl und mich wird ewig der Suser, hatten wir als „Federweiße“ bestellt, in schlechter, weil süßer Erinnerung bleiben.
Während des Trunks soll es nach Augenzeugenberichten drei Tropfen geregnet haben, von denen ich allerdings, obwohl zwangsläufig nüchtern, nichts gemerkt habe. Überhaupt hatten wir die ganze Zeit ideales Wetter. Im Gegensatz zu München mit Umgebung hatten wir die ganze Zeit nur Sonnenschein mit angenehmen Temperaturen.

7.9.2018 (37 KM; 300 HM)
Vom beschaulichen Meersburg fuhren wir nach Nonnenhorn unsere letzte Station (Hotel Seewirt).
In der Rädlewirtschaft Marte haben wir Biertrinker wieder leiden müssen. Unverständlich wie man Wein, mit dem Geschmack eines kalten Sauerampfertees, so in Mengen (drei Viertele) trinken kann und was ich nicht verstehe, der Wein verblieb im Magen.
Für mich ein Wunder!
Konträr zur schlechten Qualität des Sauerampferweines ist das badische Weißbier.
Es muss in Baden viele Brauereien geben, denn überall haben wir ein anderes Weißbier bekommen, jedes jedoch gleich vorzüglich.

8.9.2018 (14 KM)
Für uns Ausdauerradfahrer war es nur ein Katzensprung von Nonnenhorn nach Lindau. Die Rückfahrt mit dem Alex-Express bot diesmal keine Überraschungen außer, er kam pünktlich zur Mittagszeit in München an.